Artikel
30.11.2004 16:21 Alter: 14 yrs
Kategorie: Allgemein
Von: dpa

Krebshilfe: Rauchverbot ausweiten


140 000 Tote pro Jahr

Bonn • „Die beste Therapie gegen das Rauchen scheint die Erhöhung der Tabaksteuer zu sein", meint die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Prof. Dagmar Schipanski. Viele Menschen hätten bereits mit dem Rauchen aufgehört - und täglich würden es mehr. Unsere Ratgeber zur Nikotin-Entwöhnung werden so stark nachgefragt, dass wir die Auflage erhöht haben", sagte Schipanski gestern in Bonn.

Zwar hätten als Folge der bisherigen Stufen der Takab-steuer-Erhöhung bereits rund acht Prozent der Raucher in Deutschland mit dem Rauchen aufgehört - „wir wollen aber noch mehr", so die Krebshilfe-Präsidentin.

Gesellschaftliche Norm

„Wir wollen, dass das Nichtrauchen zur gesellschaftlichen Norm wird. Die rauchende Minderheit der Bürger soll das im Grundgesetz verankerte Recht auf körperliche Unversehrtheit der nichtrau-chenden Menschen respektieren." Überall dort, wo sich Kinder und nichtrauchende Erwachsene aufhielten, sollte Rauchen tabu sein. Das gelte für Büros, Betriebe, Schulen, Kindergärten, Sportvereine, Behörden und Gastronomie.

Jedes Jahr sterben laut Krebshilfe in Deutschland rund 140 000 Menschen an den Auswirkungen des Tabakkonsums, das sind 380 Menschen pro Tag. Besonders erschreckend sehe es bei Kindern und Jugendlichen aus: Rund 40 Prozent der 12- bis 25-Jährigen rauchten. Das durchschnittliche Einstiegsalter betrage 11,6 Jahre. Inzwischen zeige die Erhöhung der Tabaksteuer auch hier Wirkung: Erstmals gebe es in der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen weniger Raucher.